WILA Bonn gewinnt mit „Natur in graue Zonen“ im Wettbewerb „BodenWertSchätzen“

© DBU/Michael Münch

Es ist bereits der dritte Preis, den „Natur in graue Zonen“ dieses Jahr erhält. Das Projekt des Wissenschaftsladen Bonn e. V. (WILA Bonn) wurde gestern Abend mit dem ersten Platz des Wettbewerbs „BodenWertSchätzen“ im Themenfeld „Flächennutzung, -management und -recycling“ ausgezeichnet. Der Preis wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an innovative Projekte vergeben, die zum Schutz des Bodens beitragen.

„Die Auszeichnung bestärkt uns in unserer Arbeit für die Entsiegelung von Gewerbeflächen und motiviert uns, uns auch weiterhin dafür einzusetzen, dass innenstädtische Flächen ein Stück attraktiver und grüner werden“, sagt Projektleiterin Dr. Anke Valentin. Zusammen mit den Bürgerstiftungen in den drei Pilotstädten Erfurt, Duisburg und Wiesloch gewinnt „Natur in graue Zonen“ Unternehmen dafür, Parkplätze, Eingangs- und Aufenthaltsbereiche naturnah zu gestalten. Ziel ist es, mit einfachen Mitteln, mehr Natur in die Stadt zu bringen. Anfang des Jahres wurde die dreijährige Kampagne bereits als Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ und der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet. Gefördert wird „Natur in graue Zonen“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und der Stiftung Lebendige Stadt. 

Laut der Begründung der Jury des Wettbewerbs „BodenWertSchätzen“ sensibilisiert „Natur in graue Zonen“ Bürgerinnen und Bürger für die innerstädtischen Spielräume und Potenziale einer Flächen-Entsiegelung und entsprechender Begrünungen. „Grüne Visitenkarten“ entständen, die die Stadt lebenswerter werden lassen. Zusätzlich gewännen Unternehmen durch die naturnah gestalteten Flächen an Attraktivität für Kund/innen und Mitarbeiter/innen.

„Natur in graue Zonen“ ist eines von insgesamt 19 ausgezeichneten „Leuchtturmprojekten“, die eine Fachjury aus knapp 160 Bewerbungen aus ganz Deutschland ausgewählt hat. Der Preis wird in fünf Themenfeldern vergeben. Als erstplatziertes Projekt im Feld „Flächennutzung, -management und recycling“ erhält der WILA Bonn 5.000 Euro.

Die Vielzahl der Themenfelder und die eingereichten Projekte hätten „deutlich gemacht, dass engagierte Menschen und Gruppen unterschiedliche Beiträge zum Schutz des Bodens in den verschiedenen Feldern leisten können. So werden auch andere animiert, für den Schutz unseres wertvollen Bodens aktiv zu werden. Umfassender Bodenschutz kann nur gelingen, wenn die Bedeutung und der Wert der Böden, deren Gefährdung und Nutzung und die daraus resultierenden Folgen allen Bevölkerungskreisen bewusst werden“, betonte DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann anlässlich der Preisverleihung.

RNE-Generalsekretär Prof. Dr. Günther Bachmann erklärte: „Allein Deutschland verliert täglich circa 75 bis 80 Hektar Boden. Die Ursachen sind vielfältig, die Wirkung gleich: Wertvolle Böden gehen meist unwiederbringlich verloren. Dabei brauchen wir intakte Böden für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und eine gute Ernährung dringender denn je.“ Der Wettbewerb habe, so Bachmann und Bottermann, die zentralen Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zum Artenschutz, zur Biodiversität, zur Vermeidung der Flächeninanspruchnahme und zur nachhaltigen Landbewirtschaftung aufgegriffen und Lösungen gezeigt. „Deutschland kann Kreativität“, so Bachmann, „weil es den ausgezeichneten Projekten mit Kreativität und Engagement gelingt, die oft unterschätzte Ressource Boden aufzuwerten und interessant zu machen“.